Alternativen zum FDM Druck


Bad laser

Der Markt der 3dDrucker entwickelt sich. Und zwar rasant.

Gefühlt jede Woche gibt es neue Modelle die, billiger/attraktiver (und nicht zwingend besser sind). Nun finde ich aber das der Markt der FDM Drucker sich technisch nicht sehr viel weiterentwickelt hat. Es gibt zwar einige neue Ansätze, wie z.B. RepRap Morgan, aber im Großen und Ganzen gibt es keinen echten Fortschritt.

Es fehlen noch immer Sensoren die feststellen ob das Filament sauber läuft, es fehlt eine Methode um den Diameter des Filament genau zu messen und ob der Druck sich gelöst hat. (Auch wenn in der OpenSource Szene erste Ansätze entstehen)

Soviel zu FDM, jetzt zum eigentlichen Grund meines Postings und warum ich trotzdem denke das der Markt sich entwickelt.

War Stereolithografie bisher, bedingt durch den Preis, eher im Profibereich angesiedelt, kommen aktuell gleich zwei Maschinen im Endkunden Segment auf den Markt.

Was ist eigentlich Stereolithografie?

Wikipedia sagt:

Ein lichtaushärtender Kunststoff (Photopolymer), zum Beispiel Epoxidharz, wird von einem Laser in dünnen Schichten (Standardschichtstärke im Bereich 0,05-0,25 mm, bei Mikrostereolithografie auch bis zu 1-Mikrometerschichten) ausgehärtet. Die Prozedur geschieht in einem Bad, welches mit den Basismonomeren des lichtempfindlichen (photosensitiven) Kunststoffes gefüllt ist. Nach jedem Schritt wird das Werkstück einige Millimeter in die Flüssigkeit abgesenkt und auf eine Position zurückgefahren, die um den Betrag einer Schichtstärke unter der vorherigen liegt. Der flüssige Kunststoff über dem Teil wird dann durch einen Wischer gleichmäßig verteilt. Dann fährt ein Laser, der von einem Computer über bewegliche Spiegel gesteuert wird, auf der neuen Schicht über die Flächen, die ausgehärtet werden sollen. Nach dem Aushärten erfolgt der nächste Schritt, so dass nach und nach ein dreidimensionales Modell entsteht.

Kommen wir also zu den beiden neuen Systemen, dem LumiFold auf IndieGogo & dem Peachy auf Kickstarter.

LumiFold – eine faltbare Halterung mit UV Sensor und Druckbett für DLP

Der LumiFold ist kein kompletter Drucker, sondern „nur“ die Halterung für einen UV Sensor & ein Druckbett für das Objekt. LumiFold basiert auf dem DLP Prinzip, das statt eines Lasers zum Aushärten des Harzes einen Beamer nutzt.

LumiFold hatte zu Beginn mit ziemlich viel Kritik zu kämpfen, da der Ersteller den Text seiner offenbar abgelehnten Kickstarter Kampagne einfach in IndieGogo gepostet hatte.

Auch war die Kampagnen Beschreibung nicht wirklich ausführlich und das Video/die Fotos eher auf Handykameraniveau.

Inzwischen ist nicht nur die Beschreibung (und die Videos) um einiges besser geworden und das (sehr niedrige) Ziel der Kampagne auch erreicht. Zu dem Preis für die Halterung/dem UV Laser kommen noch die Kosten für den Beamer und die Halterung.

Spannend am LumiFold finde ich das holografische Display das den Druckfortschritt 3dDimensional darstellt und auch mit iPhone/iPad funktionieren soll. Das Display funktioniert nach dem Pepper’s Ghost Prinzip.

Peachy – ein Laserbasiertes Harzsystem das mit sehr wenig Harz auskommt.

Peachy ist ein „klassischer“ SL Drucker, der mit Hilfe eines Lasers das Harz aushärtet. Durch eine kluge Neuerung benötigt dieser Drucker sehr wenig Harz, da das zu druckende Harz auf einer Schicht Salzwasser „schwimmt“, anstatt den kompletten Bauraum mit Harz zu füllen. Über ein intelligentes Tropfsystem wird der Füllstand des Beckens erhöht und somit das „Druckbett“ anzuheben.

Die angepeilten 50.000 kanadischen Dollar sind inzwischen um das 10fache übertroffen worden. Ob/Wann und in welcher Qualität am Ende geliefert werden kann, sei einfach mal dahingestellt, die Kampagnenseite ist schon mal sehr positiv / detailreich und das war in der Vergangenheit immer ein guter Indikator für eine erfolgreiche Kampagne.

Aktuell kann man noch das CAD 100 Paket „backen“ und einige teurere Pakete. Hinzu kommen Zoll / Importsteuer, also bitte beim Preis aufpassen. Auch ob das Harz so einfach durch den deutschen Zoll kommen, bleibt abzuwarten.

Fazit

Die Qualität der Systeme ist im Vergleich zu bestehenden (teureren) ResinDruckern noch lange nicht ausgereizt und wer wirklich Details in seinem Druck haben will, ist mit einem Form1 oder einem B9Creator sicher besser bedient, für den ambitionierten Bastler bieten LumiFold und Peachy aber auf alle Fälle einen, relativ, kostengünstigen Einstieg.

Das Hauptproblem von Harz-basierten Druckern bleibt der Preis des Materials und, zumindest aus meiner bisherigen Erfahrung, die relativ steile Lernkurve.